Diagnose


Sollte nur ein EKG verwendet werden, so können nur die quantitativen Parameter bzw. Charakteristika der Hämodynamik erhalten werden. Wie die Untersuchungen zeigen, ist es sinnvoll, das Elektrokardiogramm, dass für die Phasenanalyse eingesetzt wird, durch ein Rheogramm zu ergänzen, das von denselben EKG-Elektroden aufgezeichnet wird. Dieses Verfahren macht es möglich, an einem Punkt zwei Signale verschiedener Herkunft zu registrieren. Das erste Signal ist ein elektrisches Potential, das das Elektrokardiogramm charakterisiert. Das zweite Signal vertritt mechanische Schwankungen der Blutströmung, die in einem Rheogramm abgespiegelt werden.

Wie die Forschungen zeigen, liegen gewisse Zusammenhänge und Gesetzmäβigkeiten zwischen einem EKG und einem Rheogramm vor.

 

Messung

 

Die wichtigsten Zusammenhänge zwischen EKG- und Rheo-Phasen

Das Wesen dieser Zusammenhänge in einer gewissen Prioritätsfolge in der gegenseitige Umverteilung von Einflussgrößen zwischen den EKG- und Rheo-Phasen vorhanden ist. Somit gilt der PQRSL-Komplex als maβgebend bei der Herstellung der Druckdifferenz zwischen der Aorta und dem peripherischen Teil der Blutgefäβe. Der LjTн-Komplex bestimmt die Periode der Gestaltung der Struktur des Blutstromes.

 

Wenn die Verhältnisse der Phasenübergänge von EKG und RHEO bekannt sind, so kann die Information ausgeliefert werden, wie die normalen quantifizierten Parameter der Hämodynamik erzielt werden, oder woran die Ursache einer Pathologie liegt, die in einer bestimmten Symptomatik ihren Ausdruck findet.

 

Diagnostik-Verfahren 

Maβgebend ist in diesem Sinne eine richtige Anordnung der Elektroden am Körper eines Patienten. Der wichtigste Faktor ist dabei der Einsatz einer Ein-Kanal-Ableitung. Die Verwendung nur eines Kanals erlaubt es, messtechnische Ungenauigkeiten zu minimieren.

Die erste Elektrode soll in der Mitte der Drosselgrube an der Oberkante des Sternum angebracht werden. Um diesen Punkt genauer identifizieren zu können, wäre es am besten, die Akupunkturverfahren einzusetzen. In unserem Fall entspricht der Elektrodenanordnungspunkt dem Aku-Punkt VC 22 Tiantu. Dieser Punkt ist mit der Lungenfunktion verbunden.

Die zweite Elektrode soll in der vorderen Mittellinie des Körpers angebracht werden, und zwar: an dem Ort, wo sich die Äste der oberen Bauchdeckenschlagader, der oberen Bauchdeckenvene und der mediale Hautast des siebten Brustnerves befinden. Dieser Ort entspricht dem Aku-Punkt VC14 Jugue, der 6 Tsuns höher als der Nabel in der Mittellinie liegt. 6 Tsuns entspricht der 8-Finger-Dicke, indem die Finger dicht nebeneinander angeordnet werden müssen. Die buchstäbliche Übersetzung des Namens dieses Punktes lautet „Herzausrufer“ bzw. „Herzverkünder“.

Die dritte Elektrode ist eine indifferente bzw. neutrale Elektrode und kann in der Nähe einer beliebigen Elektrode angebracht werden.

Anordnung der Elektroden

Abbildung:   Anordnung der Elektroden

Beide Punkte gelten als die aussagefähigsten Punkte für die EKG-Aufnahme, um anschließend die Phasen des Herzzyklus zu berechnen.

Zwecks Aufzeichnung von Signalen verwendet man die Operationsverstärker. Sie sind mit einem Differentialeingang versehen und registrieren eine Differenz in den Spannungen zwischen dessen beiden Eingängen. Sollten diese Eingänge an den Händen appliziert werden, so werden dadurch die Signale der ersten standardmäβigen Ableitung V1 registriert werden. Nach dem gleichen Verfahren bekommt man Signale von den anderen Ableitungen: V3, V4, V5, etc.

 

Was wird beim Applizieren der Elektroden am Punkt VC14 und am Punkt VC22 registriert?

Die Elektroden werden so angebracht, dass die erste Elektrode den Bereich der Aorta erfasst und die zweite Elektrode den Bereich des Myokards deckt, genauer gesagt, den Bereich, wo das Elektrokardiosignal seinen Weg abläuft, das für die Kontraktion des Myokards zuständig ist. Der Verstärker wird die Änderungen am Potential zwischen diesen zwei Punkten registrieren. Ab dem Zeitpunkt der Generierung der P-Welle und bis zum Zeitpunkt der Gestaltung des QRS-Komplexes, genauer zum Punkt S, wenn das Myokard seine Kontraktion völlig abgeschlossen hat, werden die Daten im vollen Umfang im Bereich zwischen den Elektroden des Verstärkers abgespiegelt, der diese Daten ungestört wiederherstellt. Dabei wird die Elektrode am Punkt VC22 virtuell geerdet, weil sich das Potential zu diesem Zeitpunkt am Punkt VC14 gegenüber dem anderen Punkt ändert.

Im Zeitraum ab Zeitpunkt S beginnt die Aortenklappe den Prozess seiner Öffnung. Dies erfolgt bis zum Zeitpunkt der Fixierung des Punktes j. Diese Prozesse erfolgen auch im Bereich zwischen den Elektroden, 100%-ge Daten darüber werden vom Verstärker registriert. Dabei sind beide Eingänge des Verstärkers aktiv, und das resultierende Signal ist eine Differenz im Potenzial zwischen zwei Elektroden. Dadurch kann erklärt werden, warum die Effizienz der Registrierung der Periode S-j so hoch ist. Sollte zumindest eine Elektrode versetzt werden, so wird es keine 100%-tige Datenerfassung in Bereich zwischen den Elektroden sein, d.h., das Signal geht verloren bzw. wird gestört.

Im Zeitraum ab Registrierung des Punktes j bis zum Zeitpunkt des Anfangs der Kontraktion der Vorhöfe entwickelt sich das Elektrokardiosignal in der Aorta. Diese Prozesse werden auch im Bereich zwischen den Eingängen des Verstärkers erfasst. Der einzige Unterschied dabei ist es, dass die Elektrode am Punkt VC14 passiv ist, d.h., sie wird virtuell geerdet, und am Punkt VC 22 wird eine Änderung des Potentials registriert.

 

 

 

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